DIÄT-IRRTÜMER

 

Univ. Doz. Dr. K. Miller

Vorstand der Salzburg Obesity Academy Foundation – Qualitätsnetzwerk Übergewicht

Vorstand der chirurgischen Abteilung

Krankenhaus Hallein

 

JE WENIGER MAN ISST, DESTO SCHLANKER WIRD MAN !

 

EINE OPERATION, SEI ES MAGENBAND ODER MAGENUMGEHUNG LÄSST MICH WIEDER NORMALGEWICHTIG WERDEN !

IRRTUM ! Durch radiakale Nahrungseinschränkung verändert sich der Stoffwechsel. Es wird vermehrt und leichter Speicherfett gebildet und eingelagert. Die Folge radikaler Nahrungseinschränkung ist Verlust von Muskelgewebe und Körperflüssigkeit. Durch eine relativ komplexe Veränderung von Botenstoffen entsteht ein ausgeprägtes Hunger- und Unlustgefühl. Zu diesem Zeitpunkt werden bereits geringe Nahrungsmengen in Speicherfett eingelagert. Weiters reduziert sich der Energiestoffwechsel, es wird der sogenannte Grundumsatz herabgesetzt, was wiederum zu einer leichteren Fettabspeicherung führt. Dieser höchst komplexe Mechanismus wird auch als sogenannter Jo-Jo-Effekt bezeichnet.

 

IRRTUM! Bei jedem chirurgischen Eingriff ist eine Änderung des Essverhaltens notwendig. Durch kontinuierliche geringere Nahrungszufuhr wird zwar das Körpergewicht reduziert, bei unausgewogener Kost kommt es jedoch zu Mangelerscheinungen. Dazu wird auch noch Muskelgewebe reduziert, was auch zu einem geringeren Energieverbrauch führt. Messungen an unserer Abteilung haben gezeigt, dass PatientInnen zwar das Körpergewicht reduzieren konnten, aber zu einem Teil noch „innerlich“ adipös sind (das heisst noch einen hohen Körperfettanteil haben). Nur die Kombination Ernährungsumstellung und regelmäßige körperliche Bewegung sind zielführend.

VERZICHT AUF JEGLICHES FETT MACHT SCHLANK !

 

3 x WÖCHENTLICH EINE STUNDE SPORT UND MAN BRAUCHT SICH UM DIE ERNÄHRUNG NICHT KÜMMERN !

IRRTUM ! Der Fettentzug aus dem Essen bewirkt nicht unbedingt, dass eigene Fettreserven herangezogen werden. Leicht verwertbare Kohlehydrate dienen dem Energieverbrauch, das abgespeicherte Fett wird erst sehr spät dafür verwendet. Bevor der Organismus Fett zum Energieverbrauch heranzieht, wird Muskelgewebe dafür verwendet. Regelmäßige körperliche Bewegung und eine ausgewogene Ernährung ist daher Grundvoraussetzung für eine vernünftige Gewichtsreduktion.

 

IRRTUM ! Der Energieverbrauch durch Sport wird weit überschätzt. Die Fettverbrennung im Muskelgewebe setzt erst nach einer gewissen Zeit, abhängig vom Trainingszustand des Körpers, ein.

FDH UND MAN NIMMT AUTOMATISCH AB !
IRRTUM ! Durch Halbierung der Nahrungsmengen kommt es zu einem Anstieg des Hungergefühls, was auf Dauer zu den bereits oben genannten Veränderungen des Hormonhaushaltes, Unlustgefühl, geringere Fettverbrennung, Herabsetzung des Energiegrundumsatzes etc., und somit zu einer neuerlichen Gewichtszunahme führt.

 

 

© 2004 K. Miller