Ultraschall dopplergesteuerte Ligatur von Hämorrhoidalarterien  

siehe auch Pressestatement

Prim. Univ. Doz. Dr. Karl Miller

Vorstand der Chirurgie

A.ö. Krankenhaus Hallein, Bürgermeisterstr. 34, A-5400 Hallein

Tel: ++43 . 6245-799-360   Fax: ++43 . 6245-799-361

E-Mail: Chirurgie@kh-hallein.at

Zurück zur Homepage


Es handelt sich um eine neue Methode zur Behandlung von Hämorrhoiden, durch Unterbindung des Blutflusses zum Hämorrhoidalknoten. Das Prinzip umfasst die Benutzung eines speziell entwickelten Instruments, nämlich eines Proktoskops, in das ein Doppler-Schallkopf eingebaut ist. Diese Technik wurde erstmals von Morinaga aus Japan beschrieben (American Journal of Gastroenterology 1995; 1990: 610-613).

Eine Narkose ist nicht erforderlich. Eine Umstechung der Hämorrhoidalarterien wird in dem relativ unempfindlichen Teil des Analkanals, über der Linea dendata durchgeführt. Ein langer Nadelhalter und ein Knotenschieber werden zum Einführen der Naht und zum Knoten benutzt. Als Vorbereitung bekommen die Patienten vor dem Eingriff einen Einlauf. Die Lagerung erfolgt in Steinschnittlage. Die Perianal- und Analregion wird mit Xylocainsalbe vorbereitet. Die Arterien werden mit resorbierbaren Nahtmaterial ligiert. Nach Fertigstellung der Naht verstummen die Arterienschalltöne. Man kann feststellen, dass das hämorrhoidale Gewebe sofort zu schrumpfen beginnt. Es sind weder Verbände noch Wundkontrollen erforderlich.  

Nach dem Eingriff kehren die Patienten sofort zu ihrem normalen Leben zurück und nehmen normale Nahrung zu sich. Wir raten den Patienten dennoch während einer Woche keine anstrengenden Aktivitäten zu unternehmen. Die Zusammenfassung einer Studie von 1.415 Patienten ergibt 0,49% entzündliche Komplikationen wie Abszesse oder Fisteln, 1% Schleimhautrisse und 0,5% perianale Thrombosen. Ernsthafte Komplikationen, wie sie bei anderen „minimalinvasiven“ Hämorrhoidenoperationen beschrieben werden, sind in dieser Sammelstatistik nicht beobachtet worden. Die Nachuntersuchungsrate betrug 5 – 24 Monate. Bei 93% wurde die Operation als erfolgreich beurteilt. Demgegenüber steht in der Literatur eine wesentlich höhere Komplikationsrate bei konventioneller Hämorrhoidenoperation. Dies trifft auch bei der sogenannten schonenden Operation mit einem Klammernahtgerät zu.  

Die Indikationsstellung für die Behandlung durch diese neuartige Methode ist dieselbe, wie für die radikale chirurgische Vorgehensweise. Nachblutungen sind nicht zu erwarten. Das Verfahren ist nahezu schmerzfrei. Verglichen mit der Gummibandligatur, die normalerweise der erste Behandlungsweg für symptomatische Hämorrhoiden ist, ist dies ein großer Vorteil. Eine bedeutend große Anzahl von Patienten, die sich der Gummibandligatur unterziehen, beschweren sich über Schmerzen. Ebenfalls verglichen mit der Gummibandligatur treten bedeutend weniger Komplikationen auf.

Die Patienten können häufig sofort wieder ihrer gewohnten Arbeit nachgehen.

Alle Grade von Hämorrhoiden können behandelt werden. Eine Ausnahme stellen Patienten mit akuten thrombotischen Hämorrhoiden darf.

Die Ultraschall geführte hämorrhoidale Arterienligatur ist eine sichere und wirkungsvolle Methode zur Behandlung von Hämorrhoiden und sollte die radikale Hämorrhoidektomie als eine definitive Behandlungsmethode weitgehend ersetzen.

 

 

2001 Copyright Dr. Miller K.