Neue  Methode mit "Endobarrier"

Stark übergewichtigen Personen und Diabetikern kann eine Operation erspart werden.

Neue Behandlung von Übergewicht und Typ II Diabetes im Krankenhaus Hallein erstmals in Österreich.

Am Mittwoch, dem 17. August wurde eine neue – absolut patientenschonende Methode zur Gewichtsreduktion, welche ohne Operation erfolgt, im Rahmen einer Magenspiegelung mit Kurznarkose bei einem Patienten angewendet. Durch eine spezielle Membran wird die Passage der Nahrung durch den Zwölffingerdarm so gesteuert, dass die Hormonfreisetzung welche die Entstehung von Übergewicht und Diabetes begünstigt unterbleibt und es schlussendlich zu einer Gewichtsabnahme der Patienten und meist zur Besserung des Blutzuckerspiegels bei Typ II Diabetes kommt. Die Wirksamkeit des Systems ist wissenschaftlich belegt – die Kosten werden jedoch im Krankenhausfinanzierungssystem im Routineeinsatz derzeit nicht ersetzt. Nach ca. 12 Monaten – oder bei entsprechender Besserung auch schon früher - kann das System mit dem Endoskop wieder entfernt werden.

Prim. Univ.-Doz. Dr. Karl Miller, der Leiter der Chirurgischen Abteilung des a. ö. Krankenhauses Hallein gilt weltweit als einer der Spezialisten in der Bariatrischen /Metabolischen Chirurgie (Chirurgie bei krankhafter Fettleibigkeit und deren Folgekrankheiten). Nach einer enstprechenden Ausbildung zeigt er sich höchst erfreut, dass diese neue Behandlungsmethode nun auch in Österreich durch ihn gemeinsam mit dem internationalen Experten Prof. Dr. Manoel Galvao eingeführt werden konnte und damit absolut revolutionäre Maßstäbe im Bereich der patientenfreundlichen und trotzdem wirksamen Behandlungsmethoden von starkem Übergewicht und dessen Begleiterscheinungen wie beispielsweise Diabetes II gesetzt werden.

Es besteht die Hoffnung, dass bei Einreichung einer Kalkulation der neuen Leistung diese schlussendlich auch im leistungsorientierten Finanzierungssystem abgebildet und in der Folge vergütet wird. 

ENDOBARRIER – häufig gestellte Fragen und Antworten >>>>>>>:

 
 

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Endobarrier: Prim. Univ.-Doz. Dr. Karl Miller, Leiter der Chirurgischen Abteilung im a. ö. Krankenhaus   Hallein gemeinsam mit Prof. Dr. Manoel Galvao bei der Österreichpremiere der Einlage eines Endobarriersystems in den Zwölffingerdarm zur Behandlung von Übergewicht und Typ II Diabetes.

       
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ENDOBARRIER – häufig gestellte Fragen und Antworten:

Was ist EndoBarrier?

Die EndoBarrier ist eine Auskleidung, die in den oberen Teil Ihres Darms passt. Sie erstellt eine Barriere zwischen der Darmwand und Ihrem Essen. Es wird die Nährstoffaufnahme durch den Dünndarm auf ca. 60cm Länge verhindert. Dadurch werden vom Körper Hormone ausgeschüttet, die den Stoffwechsel optimieren. Es kann eine Gewichtsreduktion von ca. 20% erreicht werden.

Zielgruppe:

Patienten mit Diabetes mellitus oder beginnendem Diabetes mellitus und einem BMI zwischen 30 und 40.

Ausscheidungskriterien für die OP:

Patienten die antikoaguliert sind, können nicht operiert werden.

Termine und Voruntersuchungen:

Es ist ein Termin für ein Aufklärungsgespräch in der Privatordination von Prim. Dr. Miller notwendig (Termine im chirurgischen Sekretariat) und anschließende OP-Terminvereinbarung in der chirurgischen Ambulanz, A.ö. KH Hallein.

Notwendige Voruntersuchungen können beim Hausarzt oder niedergelassenen Facharzt durchgeführt werden.

Wie hoch sind die anfallenden Kosten?

Für das Einsetzen der EndoBarrier fallen Kosten in Höhe von ca. € 6.100, für die Entfernung in Höhe von € 1.600,00 an.

Wie lange dauert das Verfahren?

Gewöhnlich dauert es weniger als eine Stunde. Die meisten Patienten werden am Tag der Implantation aus dem Krankenhaus entlassen.

Wie wird die EndoBarrier ohne Operation eingesetzt?

Die EndoBarrier wird mittels eines kleinen Röhrchens durch den Mund eingeführt. Es gibt keine Einschnitte. Der Arzt verwendet eine flexible Endoskopiekamera und ein Röntgengerät zur Positionierung der EndoBarrier. Dieses Verfahren nennt sich Endoskopie oder auch endoskopischer Eingriff.

Tut das weh?

Vor dem Verfahren bekommen Sie eine Narkose, so dass Sie nichts von der Platzierung spüren. Nach dem Verfahren kann es sein, dass Sie sich etwas unwohl fühlen. Aber das dauert nicht lange an.

Kann die Anwesenheit der EndoBarrier in meinem Körper fühlen?

Typischerweise ist es möglich, dass Sie während der ersten zwei Wochen nach der Implantation Bauch-, Seiten- bzw. Rückenschmerzen haben. Diese Symptome sind gewöhnlich mild und vorübergehend.

Gibt es Nebenwirkungen?

Die häufigsten Nebenwirkungen sind milde Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Diese dauern im Allgemeinen nur wenige Tage an. Ihr Arzt wird entsprechende Risiken und Nebenwirkungen der EndoBarrier mit Ihnen besprechen.

Bei einem von 100 Patienten können Blutungen auftreten die zur Entfernung des Schlauches führen können.

Bei einem von 300 Patienten kann der Schlauch aus anatomischen Gründen nicht eingesetzt werden.

Medikamente nach der Operation:

Für die Dauer von 12 Monaten muss 2x täglich ein Magenschutzmedikament (z. Bsp. Pantoloc) eingenommen werden um Entzündungen und Blutungen vorzubeugen. Weitere zusätzliche Medikament sind nicht notwendig.

Essverhalten nach der Operation:

Laut den Anweisungen der Diätologin und den mitgegebenen Unterlagen.

Nachsorge und Kontrollen:

6 Wochen nach der Operation findet eine postoperative Kontrolle mit dem Operateur und der Diätologin statt.

Bei Diabetes Patienten sind engmaschige Zuckerkontrollen notwendig.

Wann wird die EndoBarrier entfernt?

12 Monate nach Implantation der EndoBarrier muss dieser wieder entfernt werden. In diesem Zeitraum sollte sich der Stoffwechsel deutlich verbessern.

Eine weitere EndoBarrier kann frühestens 3-6 Monate nach Entfernung der ersten EndoBarrier eingesetzt werden.

Warum muss die EndoBarrier entfernt werden?

Die EndoBarrier ist nicht dazu bestimmt permanent im Körper zu verbleiben. Die EndoBarrier wurde geprüft und für eine Behandlungszeit von 12 Monaten genehmigt. Dies war die angestrebte Dauer zu Glykämiekontrolle und Gewichtsabnahme in Verbindung mit Änderungen des Lebensstils, um so Patienten eine Starthilfe in ein neues Leben zu vermitteln. Anders als bei einem Magenbypass verursacht die EndoBarrier keine permanenten anatomischen Veränderungen und wird mittels Endoskopieverfahren ähnlich wie bei der Platzierung der EndoBarrier entfernt. 

Kann die EndoBarrier vor 12 Monaten entfernt werden?

Die EndoBarrier kann jederzeit sicher entfernt werden. Sie sollten dies mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Betreuungsperson besprechen.

Auf welche Warnzeichen sollte ich achten?

Wenden Sie sich bei Folgendem an Ihren Arzt:

-                      Länger als 4 Stunden dauernde stechende Schmerzen im Magen oder Rücken

-                      Anhaltende Übelkeit oder Erbrechen

-                      Schwindelgefühl, Verwirrtheit, Müdigkeit oder Ohnmacht

-                      Blut im Erbrochenen oder dunklen Stuhlgang

-                      Fieber oder Schüttelfrost

Wie hilft mir die EndoBarrier bei der Kontrolle meines Diabetes mellitus Typ 2 und bei der Gewichtsabnahme?

Die EndoBarrier wird auf nicht-operative Weise platziert, und die ersten beiden Abschnitte des Darms können so umgangen werden. Man glaubt, dass durch die Erstellung einer Barriere zwischen den von Ihnen gegessenen Nahrungsmitteln und diesem Teil der Darmwand eine bessere Stoffwechselkontrolle aufgrund der Änderung der Hormonreaktion auf Essen erreicht wird.

Wurden bei anderen Patienten gute Ergebnisse mit der EndoBarrier erzielt?

Ja, Hunderte von Patienten haben an klinischen Studien teilgenommen. Die Ergebnisse dieser Studien sind unten angegeben:

-         Blutglukosespiegel können rapide fallen und erreichen gewöhnlich normale Werte.

-         HbA1c-Spiegel können sich wenige Monate nach der Implantation der EndoBarrier

      verbessern. (Der HbA1c-Test ist ein gängiger Bluttest zur Diabetesüberwachung. Er zeigt

      Ihren durchschnittlichen Blutzuckerspiegel über mehrere vorhergehende Monate an).

-         Diabetesmedikamente können eingeschränkt oder abgesetzt werden. Das ist

      unterschiedlich von einem Menschen zum anderen. Ihr Arzt wird das entsprechende

      Medikament entsprechend Ihres speziellen Glukosespiegels aussetzen.

-         Die Gewichtsabnahme kann schnell beginnen – gewöhnlich innerhalb der ersten zwei

      Wochen nach der Implantation der EndoBarrier.

-         Ihm Rahmen klinischer Studien wurde erwiesen, dass die EndoBarrier die HbA1c-Spiegel

      senkt und eine klinisch bedeutende Gewichtsabnahme erreicht.

Wird die EndoBarrier meine täglichen Aktivitäten beeinflussen?

Die Wiederaufnahme normaler körperlicher Aktivitäten sollte Ihnen nach der Implantation der EndoBarrier möglich sein. Sie dürfen unmittelbar nach der Implantation der EndoBarrier nicht Auto fahren, arbeiten oder schwere Geräte bedienen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt hinsichtlich der besten Art, wie dies getan werden kann.

Wie ändern sich meine Essensgewohnheiten mit der EndoBarrier?

Es gibt einige Einschränkungen in Bezug auf die Art der Lebensmittel und Portionsgrößen. Es sollte Ihnen aber möglich sein eine gesunde und vielseitige Diät zu genießen. Außerdem berichten Menschen mit dem EndoBarrier, dass Sie sich nach dem Essen länger satt fühlen.

Darf ich mit der EndoBarrier Alkohol trinken?

Alkohol ist eine Quelle vieler und leerer Kalorien und kann die Gewichtsabnahme begrenzen. Sie sollten dies mit Ihrem Arzt besprechen

Kann ich mit dem EndoBarrier Sport treiben?

Die meisten Menschen können und sollten mit der EndoBarrier Sport treiben. Dies kann zur Beibehaltung eines gesunden Lebensstils und der Gewichtskontrolle beitragen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Sport-Physiologen in Bezug auf die Erstellung eines Fitnessplans, der für Sie richtig ist.

Muss ich weiterhin meine Medikamente für Diabetes mellitus Typ 2 einnehmen?

Die Behandlung mit der EndoBarrier kann Ihren Blutzuckerspiegel bedeutend verbessern, aber es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt sprechen um die beste Art des Umgangs mit Ihrem Diabetes Typ 2 zu bestimmen. Sie dürfen Ihre Medikamente nicht ändern, deren Dosis nicht verringern oder diese absetzen ohne zuerst Ihren Arzt zu fragen.

Wenn Sie Insulin oder Sulfonylharnstoff nehmen, müssen Sie möglicherweise, wie schon unter „Umgang mit Diabetes mellitus Typ 2“ besprochen, Ihre Dosis verringern um Episoden möglicher Hypoglykämie zu vermeiden.

Gibt es Medikamente, die ich vermeiden soll?

NSAIDs (nicht-steroidale, entzündungshemmende Medikamente wie Aspirin, Ibuprofen oder Naproxen (gewöhnlich unter Markennamen wie Advil®, Motrin®, Aleve®, usw. im Handel erhältlich) und blutgerinnungshemmende Medikamente (Heparin, Warfarin) dürfen während der Behandlung mit EndoBarrier nicht eingenommen werden. Ihre Betreuungsperson kennt diese Einschränkungen und wird Ihnen ein anderes Medikament für Schmerzen, Kopfschmerzen, usw. verschreiben.

Was ist, wenn ich schwanger bin oder schwanger werden möchte?

Wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten, ist EndoBarrier nicht für Sie geeignet.

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